Hypermoralisch oder hochprofessionell?

Herr Lindner hat den jungen Leuten von FridayForFuture beim Parteitag der FDP vorgeworfen, sie würden „hypermoralisch“ auftreten, weil sie einen Preis von 180 Euro pro Tonne CO2 festsetzen wollen. Diese Zahl unterscheidet sich erheblich von den derzeit diskutierten Beträgen für die „Bepreisung“ des Kohlendioxids, wie sie z.B. von Frau Bundesministerin Schulze im Spiegel-Interview genannt wurde. Sie will mit 20 Euro pro Tonne einsteigen und dann allmählich auf 30 Euro erhöhen. Gängige freiwillige Kompensationsvereine, die z.B. den Fliegerei-Ablasshandel organisieren, arbeiten mit 25 Euro pro Tonne. Sind also die jungen Leute wirklich ganz und gar neben der Rationalität wie der rational-liberale Vorsitzende meint? Keineswegs. Die FridayForFuture-Leute können sich auf eine ganz und gar seriöse Behörde berufen: Das Umweltbundesamt (UBA) hat im August 2018 die Schäden, die durch die Emission einer Tonne CO2 entstehen, auf genau 180 Euro beziffert.

Wie meinte Herr Lindner doch noch vor kurzem? „Die Klimapolitik soll man den Profis überlassen.“ Wie recht er doch hat.


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